Twitter hat in letzter Zeit sehr viel Aufregung innerhalb der Entwickler-Landschaft erregt und zwar aus vielen Gründen: Sie kaufen App-Studios (Tweetie am iPhone), entwickeln eigene Applikationen (Twitter for Android), verlassen sich nicht mehr nur auf Dritt-Entwickler, erweitern die fehlende Funktionen und erschließen neue Kanäle . Dadurch verbessern sie zwar sicherlich ihre eigene Position und erleichtern es den Nutzern, gute Clients für sich zu finden, allerdings wird das lebendige Ecosystem rund um Twitter dadurch sicherlich uninteressanter.
Jedenfalls habe ich es mir nicht nehmen lassen, “Twitter for Android” einem Test zu unterziehen. Die Anwendung ist so gut, dass sie mittlerweile mein bevorzugter Twitter-Client ist.
Mit dem Client kann man eigentlich alles machen, was man erwartet:
Die einzige Funktion, die ich gegenüber Twidroid Pro vermisse ist die Möglichkeit, mehrere Profile zu verwalten.
Twitter for Android steht im Android Market gratis zum Download zur Verfügung – allerdings ist Android 2.1 Voraussetzung.
Der Client im Überblick:
Unter diesem Motto hat die Mobilkom Austria am 28. April zu einem Medienworkshop in die damalige Firmenzentrale am Donaukanal in Wien geladen.
Rudolf Felser von der computerwelt.at und ich bekamen an diesem Tag einen guten Einblick, welche Handys es in das Portfolio von A1 schaffen, welche Schritte dafür notwendig sind, welche Tests so ein Handy über sich ergehen lassen muss und warum es ganze zwölf Monate von der Planung bis zur Verfügbarkeit im Shop braucht.
Zuerst stellte sich für mich natürlich die Frage, ob es sich überhaupt noch lohnt, ein Handy zum Vertrag zu nehmen. Mein letztes Gerät, dass ich von meinem Mobilfunkbetreiber gekauft habe, war ein Nokia N70 und das war vor Ewigkeiten. Seitdem habe ich mir neue Handys über eBay oder Online-Stores gekauft – nicht immer hatte mein Netzbetreiber dieses Handy in seinem Portfolio.
Was ich aber sehr wohl sagen muss ist, dass ich mit diesen Geräten teilweise Probleme hatte Zusatzoptionen zu bestellen oder mir Konfigurationen mühsam selbst suchen musste. Genau deshalb kann es für den durchschnittlichen Nutzer sehr wohl sinnvoll sein, das Handy vom Mobilfunkbetreiber zu kaufen. Man hat dabei einfach die Garantie, dass die angeboten Dienste des Betreibers funktionieren und man nicht selbst Hand anlegen muss – ein Sorglos-Paket also.
Bei der Frage, welche Geräte ins Angebot aufgenommen werden, sind bei A1 drei Faktoren maßgeblich:
Die Entscheidungsfaktoren bei der Planung lassen sich am besten mit dieser Grafik zeigen:
Grundsätzlich wird das Portfolio von A1 viermal im Jahr aktualisiert, erfolgreiche Modelle bleiben natürlich um einiges länger im Angebot. Bei der Entscheidung, welche Geräte aufgenommen werden steht die Frage, ob das Gerät in Österreich auch verkauft werden kann, an oberster Stelle. Unbekannte Marken lassen sich in Österreich nur schwer verkaufen. Ein typisches Gegenbeispiel ist das iPhone, das nur von exklusiven Partnern (T-Mobile und Orange haben sich für das iPhone die Rechte gesichert) verkauft werden darf, weswegen es bei A1 auch nicht verfügbar ist. Bei A1 wird aber dennoch versucht, Geräte die eine kritische Masse in ihrem Netz erreichen, zu supporten – das gilt zum Beispiel auch wieder für das iPhone.
Folgende Grafik zeigt die Anzahl der getesteten Geräte pro Jahr und zeigt wie viele unterschiedliche Geräte ein Netzbetreiber unterstützen muss.
Durch die strategische Partnerschaft mit Vodafone ist die Mobilkom mit ihren Marken A1, bob und Red Bull Mobile in der Lage, einerseits aus dem Vodafone-Portfolio wählen zu können, aber auch eigene Geräte in Österreich anbieten zu können. Interessant war auch zu erfahren, dass sich die Produktmanager der verschiedenen Länder bereits 12 Monate im Voraus mit der Geräteauswahl beschäftigen und in Portfolio-Workshops darüber entscheiden, welche Geräte in Betracht gezogen werden. Das dort strenge Geheimhaltung herrscht, dürfte klar sein.
Die alte Praxis, das Handy bis zur Unkenntlichkeit mit eigenen Icons und Themes auszustatten, gehört übrigens auch der Vergangenheit an.
Zur Logistik ist eigentlich nicht viel zu sagen. Geräte werden bestellt und kommen hoffentlich rechtzeitig und in ausreichender Menge an. Dass das gut geplant und koordiniert gehört, ist klar und dass so mancher Vulkanausbruch zu Verzögerungen führt (passiert beim HTC Desire) ist verständlich und nachvollziehbar.
Die Geräte werden zudem bei jeder Lieferung noch einem Qualitätscheck unterzogen, weil die Hersteller teilweise falsche Firmware-Versionen oder Konfigurationen ausliefern. Interessant ist auch, dass neue innovative Geräte (z.B. die neuen Android Geräte) anfangs vor allem im Online-Shops gekauft werden – die Early Adopter kaufen also vorwiegend im Netz ein.
Besonders interessant war der Einblick in das Testing, wo wir sehen konnten, wie die Geräte zusätzlich zu den Vodafone-Tests auch hausintern nochmals auf Herz und Nieren geprüft werden. Angeblich sind die Tests der Mobilkom in der Branche sehr gefürchtet.
Um das wichtigste Funktion der Telefone testen zu können, steht ein eigener Testdummy zur Verfügung, der mit hochsensiblen Mikrofonen in einer schallisolierten Box sein Dasein fristet.
Um zu testen, ob das Handover zwischen den einzelnen Zellen (z.B. bei einer Autofahrt) funktioniert, haben die Tester der Mobilkom eine Box gebaut. In diese Zelle wird das Signal von zwei Handymasten (von den unterschiedlichen Herstellern) eingespielt und simuliert, dass man sich von einer Zelle weiter entfernt und näher an die andere herankommt. Das laufende Gespräch darf in dieser Zeit nicht abreißen.
Sehr beeindruckend war auch der eigens entwickelte Industrieroboter, der vordefinierte Testabläufe automatisiert durchführen kann. Dadurch lassen sich im Laufe des Produktlebenszyklus Updates der Firmware automatisiert überprüfen.
Vielen Dank an Werner Reiter für diese spannenden und informativen Einblicke. Es war sehr interessant zu sehen, wie dieser Beschaffungsprozess bei einem Mobilfunker funktioniert.
In meinem Beitrag “App Stores – die Entwickler-Sicht habe ich AppMakr – einem simplen iPhone App Generator – erwähnt. Jetzt bietet Nokia mit dem Ovi app wizard ein ähnliches Tool für Ovi Apps an.
Nokia will es damit Publishern offenbar erleichtern aus ihren Inhalten eine Applikation zu erstellen und den mobilen Markt zu bedienen. Im Test hat das auch wirklich sehr einfach funktioniert. Alles was man dazu braucht ist ein RSS-Feed, ein paar Grafiken und etwa 5 Minuten Zeit und schon hat man seine eigene gebrandete Applikation für Nokia Handys.
Ich bin wirklich gespannt wie die Applikation dann am Gerät läuft. Ich habe gestern bereits eine erste App eingereicht und bin gespannt wie lange das Approval bei Ovi dauert. Außerdem bin ich gespannt mit welchen Geräten die App dann kompatibel ist.
Georg Holzer von digirati hat gestern auch einen Beitrag über diesen Service inkl. Interview mit Christoph Mahr von Nokia geschrieben.