Nokia Studie “Mobile Internetnutzung und Applikationen”

March 17th, 2010   •   5 comments   
Ovi store

Ovi store

Beim heurigen E-Day präsentierte Nokia eine von ihnen in Auftrag gegebene Studie zur mobilen Internetnutzung und Applikationen in Österreich, die einige sehr interessante Zahlen enthält.

Die Studie:

  • 27 Prozent haben bereits Erfahrung mit mobilen Anwendungen – Apps sind noch eine Männerdomäne
  • Navigation (55 Prozent) und „praktische” Helfer (48 Prozent) zählen zu den beliebtesten Apps
  • Zu kleine Displays (37 Prozent) und mögliche Kosten (36 Prozent) werden beim mobilen Internet als hinderlich empfunden

Wien, am 4. März 2010 – Mobile Apps sind aktuell in aller Munde. Und auch auf allen Mobiltelefonen? Wie mobile Applikationen von Usern in Österreich genutzt werden und was sie schätzen oder vermissen, zeigt eine aktuelle Studie des Markt- und Meinungsforschungsportals checkboxx im Auftrag von Nokia. Die Online-Umfrage zur mobilen Internetnutzung und mobilen Applikationen wurde im Februar 2010 unter 600 technisch affinen und nicht affinen Panelteilnehmern durchgeführt. „Wir beleuchten mit dieser Studie die Nutzung von mobilem Internet und Applikationen in Österreich und zeigen dabei die Bedürfnisse, Wünsche und offene Fragen der Anwender auf“, so Martin-Hannes Giesswein, Head of Services and Retail Nokia Alps & South East Europe. Und ergänzt: “Die Ergebnisse dieser Studie bieten auch Unternehmen interessante Einblicke, was User im Bereich mobile Apps schätzen und vermissen”.

Rund ein Drittel (32 Prozent) der Befragten greift mit dem Handy oder Smartphone mobil auf das Internet zu und 27 Prozent haben bereits Erfahrungen mit mobilen Apps gesammelt. Männer sind mobil derzeit aktiver, 38 Prozent nutzen Internet und bereits 35 Prozent Apps. Bei den befragten Frauen sind es 20 Prozent, die mobil auf das Internet zugreifen und 12 Prozent, die mobile Anwendungen kennengelernt haben.

Durchschnittlich 9,6 Apps installiert

Navigation (55 Prozent) und „praktische“ Helfer (48 Prozent) wie Kalender führen das Ranking der beliebtesten mobilen Anwendungen bei App-Nutzern an. Im Schnitt haben die befragten heimischen User, die mit den kleinen Programmen vertraut sind, 9,6 Apps auf ihrem Mobiltelefon installiert. 39 Prozent der App-Nutzer haben bereits kostenpflichtige Anwendungen heruntergeladen. Gründe für die Nicht-Nutzung von Apps sind kein Interesse (35 Prozent), Mobiltelefone, die Apps nicht unterstützen (30 Prozent) sowie unklare Kosten (26 Prozent).

Apps von heimischen Unternehmen sind gefragt

27 Prozent der Befragten nutzen bereits mobile Applikationen. Der Großteil von diesen stammt direkt vom App-Hersteller (41 Prozent) wie Verkehrsverbund Ostregion (VOR) oder Facebook. Die befragten App-Nutzer greifen ebenfalls stark auf die Angebote der Mobilfunkanbieter (29 Prozent) und des Ovi Store (28 Prozent) zu. Der bereits installierte Zugang am Mobiltelefon bestimmt die Auswahl des jeweiligen App-Store entscheidend (44 Prozent) mit. Zusätzlich ist die gesicherte Qualität der Anwendungen (33 Prozent) für die befragten Nutzer bei der Entscheidung für einen App-Store wichtig.

Tipps und Empfehlungen von Freunden (43 Prozent) sowie App-Stores (42 Prozent) sind die Hauptinformationsquelle für neue Anwendungen. Jeder Vierte (27 Prozent) App-Installer erfährt über Fachzeitschriften oder Magazine, was es Neues an Applikationen gibt.

Gewünscht werden vor allem Anwendungen aus dem Bereich Personen-/Warentransport (23 Prozent) wie Fahrplaninformationen. Von der Medienbranche (16 Prozent) wünschen sich die Umfrage-Teilnehmer kleine Helfer wie TV-Programme. Auch über Applikationen von Verwaltung (15 Prozent), Handel und Banken (jeweils 10 Prozent) freuen sich die Befragten.

Kleine Displays und Kostenkontrolle entscheidend

Wesentliche Gründe, weshalb das Internet am Handy noch nicht genutzt wird, sind zu kleine Handy-Displays (37 Prozent) und die Unsicherheit über mögliche Kosten (36 Prozent). Fast jeder Dritte sieht derzeit noch keinen Bedarf für sich, während bei jedem Fünften das Mobiltelefon die technischen Voraussetzungen nicht erfüllt. Jene, die mobil ins Internet gehen, bewerten verbesserte Zoom-Möglichkeiten, um Websitetexte besser lesen zu können (90 Prozent), größere Displays (86 Prozent) und Touchscreen-Geräte (81 Prozent) als hilfreich.

Datenpakete und Kosten wesentlich

Drei von vier mobilen Internet-Usern ist auch die Kostenkontrolle wichtig. Sie haben eigene Datenpakete abgeschlossen oder diese in ihrem Mobilfunk-Tarif bereits inkludiert. Jeder zweite (53 Prozent) gibt dazu ein Datenvolumen von 1 GB an, ein Datenpaket von mehr als 5 GB nützen 7 Prozent. Nur 5 Prozent beschäftigen sich mit dem Aspekt nicht. Sie wissen nicht, ob in ihrem Tarif ein Datenpaket inkludiert ist.

Ovi Store: Apps aus aller Welt und aus Österreich

In Österreich sind bereits Austrian, Die Presse.com und derStandard.at mit eigenen Applikationen im Ovi Store vertreten. Seit der Eröffnung im Mai 2009 hat jeder Nutzer weltweit durchschnittlich 12 Apps heruntergeladen. Täglich werden rund 1,5 Millionen Apps heruntergeladen, pro Sekunde sind es 15 Downloads und jedes Monat verdoppelt sich die Anzahl der “Käufer” im Ovi Store.

zur Presseaussendung

App Stores – die Entwickler-Sicht

January 7th, 2010   •   3 comments   

Als Fortsetzung des App Store Vergleichs möchte ich nun die App Landschaft ein wenig aus der Entwickler-Sicht betrachten und einige Tools für den einfacheren Einstieg in die App-Entwicklung beleuchten:

Wer die Bühne der mobilen Software-Entwicklung betreten möchte, sollte in erster Linie darauf achten, mit den Geräten, für die die Apps gedacht sind,  Test durchzuführen. Emulatoren sind zwar für erste Überprüfungen recht brauchbar, für professionelle Test sollte man aber immer das jeweilige Handset wirklich in der Hand halten und die App damit ausprobieren. Zudem muss man auch Gedanken darüber machen, für welche Plattform man entwickelt bzw. welche Plattform die potentiellen Abnehmer nutzen. Vor dem iPhone war die Antwort auf diese Frage meist J2ME (Java 2 Micro Edition), weil fast jedes Handy damit zurecht gekommen ist und schon ganz nette Programme damit gemacht werden konnten. Heute fristet J2ME in der öffentlichen Wahrnehmung eher ein Schattendasein und Firmen, die nur J2ME-Programme entwickeln, werden fast schon milde belächelt. Trotzdem erreicht man damit wohl potentiell noch immer die meisten Leute. Wie bereit diese Klientel ist, sich Zusatzsoftware auf dem Handy zu installieren, sei mal dahingestellt. Das Idee für die Anwendung sollte außerdem gut sein und dass man sein Handwerk verstehen muss, setzte ich hier mal voraus.

Entwicklungsumgebungen

Um alle Features einer Plattform auszuschöpfen kommt man nicht umhin, sich mit den SKDs (Software Development Kit) der jeweiligen Hersteller ausführlich zu beschäftigen. Wer allerdings nur Basisfunktionen nutzen möchte, nur schnell mal eine Applikation im App Store sein Eigen nennen will, um das Potential für diese neue Entwicklung besser abschätzen zu können oder einfach nur sagen zu können “Ich habe auch eine App”, der sollte sich unter anderem AppMakr oder PhoneGap genauer ansehen.

AppMakr

AppMakr ist ein online Tool, bei dem man sehr einfach einen RSS-Feed von einer Webseite in eine native iPhone-Anwendung umwandeln kann. Wie sinnvoll das ist und welchen Mehrwert es gegenüber einer Web App bietet, muss jeder für sich entscheiden. Eine schnellere und einfachere Möglichkeit zu einer Anwendung zu kommen, ist mir im Moment aber nicht bekannt. Kostenpunkt: $199.

Mobile2Null iPhone App

Mobile2Null iPhone App

PhoneGap

Etwas mehr Potential für Entwickler hat PhoneGap. PhoneGap versteht sich als Open Source Framework zur plattformübergreifenden Programmierung von mobilen Anwendungen für iPhone, Android und Blackberry. Programmiert werden die Anwendungen mit JavaScript. Dieses Framework ermöglicht es, sein Programm einmal zu entwickeln und es dann für verschiedene Plattformen verwenden zu können.

PhoneGap Features

PhoneGap Features

Mojax

Ein ganz ähnliches Ziel verfolgt mFoundry mit Mojax. Es definiert sich selbst als mobile Ajax application framework und hat seine Ursprünge noch in der J2ME-Zeit.

Mojax

Mojax

Weitere Tools für iPhone Applikationen listet ReadWriteWeb.

Wer sich ernsthaft an die Entwicklung mobiler Anwendung heranwagen möchte, sollte sich die Tipps von Martin Lawrence und Wolfram Herzog ([1] und [2]) auf Mobile Zeitgeist zu Herzen nehmen.

Vermarktung

Bei der Vielzahl an Applikationen ist es für die Entwickler besonders wichtig, die Kunden auf sich aufmerksam zu machen. Geheimrezept gibt es dafür wohl keines, allerdings hat das Wall Street Journal einige sehr hilfreiche Tipps veröffentlicht, die man beachten sollte:

Mund-zu-Mund Propaganda

Besonders in den ersten Wochen ist es besonders wichtig, Aufmerksamkeit zu erregen. Um das zu erreichen sollte man Promotion-Codes an relevante Personen vergeben (Blogger, Twitter-User mit vielen Followern, Journalisten, etc. …), die die Anwendung gratis testen können und darüber berichten.

Werbung

Wenn das notwendige Kapital verfügbar ist, kann man seine Applikationen auch auf verschiedenen Portalen oder auch in anderen iPhone-Anwendungen bewerben. Dazu kann man auf mobile Advertising Netzwerke wie Greystripe oder AdMob zurückgreifen.

Natürlich kann man auch – wie ich in Paris beobachten konnte – Außenwerbung einsetzen.

Soundwalk

Soundwalk

iGourmand

iGourmand

Region

Die meisten Stores bieten es an, die  Anwendung nur für ein spezielles Land zur Verfügung stellen. Dadurch muss man sich nicht gleich gegen die ganze Welt behaupten und hat eine größere Chance auf Erfolg.

Eine Liste der Top-Anwendungen aus dem Apple App Store von 2009 findet man bei MobileCrunch.

Ein eBook zu diesem Thema kann für $ 49,- unter izendev bezogen werden.

Messung

Mit der Einführung von “Analytics for Mobile Apps” hat Google eine einfache Möglichkeit geschaffen, die Nutzung einer Anwendungen zu messen. Das zeigt recht deutlich, wie wichtig es auch bei mobilen Anwendungen ist zu wissen, wie ein Benutzer die Software nutzt und welche Funktionen ausgebaut bzw. welche verbessert werden müssen.

Ein weiterer Anbieter von mobile App Analytics ist Flurry.

Monetarisierung

Selbst wenn man es oft vergißt oder ignoriert, Softwareentwicklung kostet Geld und das meist nicht zu knapp. So mancher Kunde ist da schon etwas überrascht, wenn man ihn mit die Kosten einer iPhone-Anwendung konfrontiert.

Eine sehr interessante Präsentation zum Thema Pricing im Apple App Store gibt es von Pinch Media:


iPhone AppStore Secrets – Pinch Media

Wer mit Gratis-Anwendungen am iPhone oder Android Geld verdienen möchte, dem sei Tapjoy ans Herz gelegt. Die Macher von TapDefense haben damit ein sehr umfangreiches Tool für die Monetarisierung von kostenlosen Anwendungen geschaffen.

Probleme

Bei all der Euphorie rund um die App Stores und den großartigen Erfolgen von Apple mit seinem iPhone, darf man die steigende Unzufriedenheit nicht außer acht lassen.

So hat sich Joe Hewitt, der Mastermind hinter der Facebook iPhone App sehr kritisch geäußert (“My decision to stop iPhone development has had everything to do with Apple’s policies.”) und sich von der iPhone-Entwicklung verabschiedet. Gedeon Maheux äußert auf seinem Blog auch sehr deutliche Kritik an Apple und kritisiert die fehlende Sichtbarkeit der meisten Anwendungen und die mangelnde Kontrollmöglichkeit für die Entwickler. Genau dieser Punkt hat wohl auch TweetDeck zu schaffen gemacht. Eine aktualisierte Version von TweetDeck hat damals Probleme verursacht und musste trotz einer recht schnellen Fehlerbehebung aus dem App Store genommen werden und war wegen des Approval Prozesses einige Tage nicht verfügbar. Und selbst Giganten wie Google haben mit dem Approval Prozess zu kämpfen: Apple hat beispielsweise Google Voice nicht zugelassen und auch für Google Latitude musste Google eine webbasierte Version bauen, um der rigorosen Behandlung von Apple zu entgehen.

Aber Apple steht damit nicht alleine da, denn auch im Android Market scheint nicht alles eitle Wonne zu sein: Dort beschwert sich Larva Labs mit zwei Top-Games (Battle For Mars und RetroDefense) kaum Geschäft zu machen. $62.39 pro Tag sind wohl wirklich ein sehr mageres Geschäft.

App Store Vergleich & Liste

January 5th, 2010   •   5 comments   

Was mir schon eine Weile auf der Seele brennt, ist ein Vergleich der momentan verfügbaren App Stores. Die Stores von Apple (mit iPod Touch), Android (mit T-Mobile G1) und den Ovi Store von Nokia (mit N97) habe ich selbst unter die Lupe genommen und alle weiteren als Liste angeführt. Falls einer fehlen sollte, bitte in den Kommentaren anführen und mir zu verzeihen, dass ich nicht alle testen konnte. Die Blackberry App World und der Palm App Catalog würden mich persönlich noch interessieren, allerdings fehlen mir dafür die Geräte bzw. war die App World für mein Testgerät nicht verfügbar.

Apple App Store

Der App Store von Apple ist nach wie vor das Nonplusultra, was App Stores betrifft und das wird sich so schnell auch nicht ändern. Zu groß ist der Vorsprung von Apple und zu viele bekannte Marken haben für den Store bereits eigene Anwendungen entwickelt.

Ein paar harte Fakten:

  • Launch 11. Juli 2008 (Gemeinsam mit dem iPhone 3G und OS 2.0)
  • über 3 Mrd. Downloads
  • über 100.000 Apps (aktuelle Zahlen bei AppShopper)
  • über 125.000 Entwickler im iPhone Developer Program

(Apple Presseaussendung vom 28.09.09, Apple Presseaussendung vom 04.11.09)

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache, ebenso bemerkenswert ist aber der Einfluss des App Stores auf die mobile Landschaft:

Trotz einiger Versuche wurde der Erfolg des App Store bis jetzt von niemandem erreicht, weder in der Anzahl der angebotenen Applikationen, noch in der Qualität der Applikationen. Aber auch bei der Qualität des Stores selbst kann bis jetzt Apple keiner wirklich das Wasser reichen.

Der Store lädt schnell und flüssig, die Navigation und Suche (inklusive Auto Suggest) funktioniert gut, der Download und die Installation sind schnell und unkompliziert, ebenso die Abrechnung über das iTunes-Konto. Da man um iTunes als PC-Nutzer soundso nicht herum kommt, ist die Backup-Funktion der Applikationen sehr praktisch: Beim Umstieg auf eine neue Generation hat man sofort seine Apps und Daten am neuen Gerät. Besonders gelungen finde ich auch die Detailseite jeder Applikation: Neben der Beschreibung finden auch noch mehrere Screenshots Platz. Hier kann man sich wirklich vorab schon ein gutes Bild von der Applikation machen und einen Fehlkauf in den meisten Fällen vermeiden.

Highlights

Highlights

Kategorien

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Top25

Top25

Suche

Suche

Installation

Installation

iTunes Konto

iTunes Konto

Applikationsseite

Applikationsseite


Android Market

Der Android Market hat es in meinen Augen bis jetzt am besten geschafft, den App Store zu kopieren. Man findet sich auch hier recht schnell zurecht, der Download funktioniert ebenfalls schnell und unkompliziert. Besonderer Vorteil ist, dass bis zum Download der ersten kostenpflichtigen Applikation keine Zahlungsinformationen angeben werden muss. Für die Authentifizierung ist “nur” ein Google Konto notwendig, ohne das ein Android Handy ohnehin wenig Sinn macht. Die Qualität der Anwendungen hat sich in den letzten Monaten sehr gut entwickelt und es scheinen immer mehr Entwickler auf den Android-Zug aufzuspringen. Die Quantität ist mit knapp 21.000 gelisteten Applikationen schon recht beachtlich. (Quelle: AndroLib)

Android Market Statistik

Android Market Statistik

Ebenfalls lassen sich die Anwendungen im Android Market sehr gut und einfach installieren. Falls eine kostenpflichtige Anwendung nach der Installation doch nicht richtig überzeugt, kann die Bestellung innerhalb von 24 Stunden unkompliziert storniert werden und der Betrag wird nicht von der Kreditkarte abgebucht.

Android Market (Donut)

Android Market

Suche

Suche

Kategorien

Kategorien

Downloads

Downloads

Detailseite

Detailseite


Ovi Store

Relativ spät hat Nokia seinen Store ins Rennen gebracht. Unter der Marke Ovi (finnisch für Tor) sammelt Nokia seit einiger Zeit seine Online-Dienste und versucht sich damit, als globaler Internetkonzern zu positionieren.

Der Ovi Store wurde im Mai 2009 bei der Markteinführung des Nokia N97 gelauncht und hat seitdem viel Kritik einstecken müssen. Mittlerweile ist er aber zu einem gut funktionierenden Marktplatz herangewachsen und sollte auf keinen Fall außer acht gelassen werden.

Im Gegensatz zu den beiden zuvor genannten, kann der Ovi Store auch auf älteren Geräten nachinstalliert werden und erweitert so auch die Funktionen von Handys, die schon einige Jahre auf dem Buckel haben. So habe ich zum Beispiel den Store auch auf meinem Nokia N95 nachinstalliert und doch die eine oder andere App gefunden, die ich noch nicht auf dem Gerät installiert hatte. Dieses Faktum macht den Ovi Store in meinen Augen auch zum meist unterschätzten Store. Eine gute Anwendung im Ovi Store kann potentiell mehr Downloads erzielen als in jedem anderen Store, da sich ziemlich viele Ovi-fähige Geräte auf dem Markt befinden. Dies untermauert auch die Meldung, dass der Store bereits eine Million Downloads täglich vorweisen kann.

Empfohlene Anwendungen

Empfohlene Anwendungen

Kategorien im Ovi Store

Kategorien im Ovi Store

Kanäle im Ovi Store

Kanäle im Ovi Store

Suche im Ovi Store

Suche im Ovi Store

Suchergebnisse im Ovi Store

Suchergebnisse im Ovi Store

Detailseite im Ovi Store

Detailseite im Ovi Store


Programmkatalog am Nokia N900

In Zukunft wird der Ovi Store auch für das Nokia N900 bzw. Maemo verfügbar sein. Zum Zeitpunkt des Tests war das noch nicht der Fall. Sehr wahrscheinlich ist jedoch, dass der Ovi Store auf Maemo in Verbindung mit dem bereits vorhandenen Programmkatalog funktionieren wird.

Warum ich Maemo trotz der wohl kaum sehr großen Relevanz und des frühen Stadiums hier trotzdem kurz erwähnen möchte, ist die Tatsache, dass ich in Maemo die Zukunft von Nokia sehe und ich das N900 als ein sehr spannendes und interessantes Gerät betrachte.

Maemo Programmkatalog

Maemo Programmkatalog

Kategorien

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Optionen

Optionen

Kataloge

Kataloge


Preise

Entwickler wollen bezahlt werden, das ist ganz klar – sie sollten von ihren Ideen und innovativen Anwendungen auch etwas haben. Trotzdem erscheint es mir wichtig, dass es ein gutes Angebot an kostenlosen Applikationen gibt, damit die Endkunden auf den Geschmack kommen und ohne Einstiegsbarrieren bereits die Funktionen ihres Gerätes erweitern können.

Bei den durchschnittlichen Preisen unterscheiden sich die Stores deutlich. So hat eine Studie von Distimo (via Techcrunch), bei der die Stores von Apple, Android und Blackberry betrachtet wurden, gezeigt, dass Anwendungen in der Blackberry App World im Durchschnitt 3x so teuer sind wie im App Store oder Android Market.

Applikation Store Preise

Applikation Store Preise

Der Grund für den höheren Preis bei Blackberry scheint wohl hauptsächlich darin zu liegen, dass der Mindestpreis für kostenpflichtige Applikationen in der App World bei $ 2.99 liegt (siehe Blackberry App World FAQ).

Der Ovi Store wurde hier leider nicht berücksichtigt, laut meiner Einschätzung dürften die Preise aber irgendwo zwischen Blackberry und iPhone/Android liegen.

Generell scheint laut einer Umfrage von Samsung die Bereitschaft für Anwendungen zu bezahlen, recht hoch zu sein. Immerhin 42% der Befragten gaben an, für Anwendungen etwas bezahlen zu wollen. Von den Zahlungsbereiten Befragten waren wiederum 54% bereit, bis zu € 5,- für eine Applikation auszugeben. Für 2013 prophezeit die Yankee Group ein Marktvolumen von 4,2 Mrd Dollar für mobile Applikationen auf dem US-Markt. ABI Research erwartet 2014 fünf Milliarden Downloads. In die selbe Richtung prognostiziert auch Frost & Sullivan mit 6,67 Mrd. Downloads 2014.

Weitere Stores

Mittlerweile versuchen viele Hersteller, Netzbetreiber oder Download-Portale einen App Store oder Marktplatz zu etablieren und den Kunden schmackhaft zu machen:

Schon etwas länger gibt es Portale wie:

Als Fortsetzung zu diesem Artikel gibt es noch die Betrachtung der App Stores aus Entwickler-Sicht.

Machen in Zukunft Browser mobile Apps unnötig?

September 3rd, 2009   •   6 comments   

Wie ich schon des öfteren angemerkt und im Artikel über Walled Gardens auch veröffentlicht habe, bin ich der Meinung, dass nicht für jeden Anwendungsfall eine mobile Applikation sinnvoll ist. Vor kurzem hat Vic Gundotra, Google Engineering Vizepräsident, bei einer Konferenz angemerkt, dass die Zukunft in Web-Apps zu suchen ist.

Das dieser Kommentar nicht an den Haaren herbeigezogen ist, beweist Google mit Google Latitude für das iPhone recht anschaulich. Der Dienst zeigt gut, wie weit man mittlerweile Telefonfunktionen innerhalb des Browsers nutzen kann und wie komfortabel sie auch zu bedienen sind. Bei Latitude, einem Dienst bei dem man seinen Freunden bekannt geben kann wo man sich gerade aufhält, wird von der Webapplikation auf den gegenwärtigen Standort (Zellinformation, WLAN-Positionierung oder GPS) zurückgegriffen.

Google Latitude am iPhone

Google Latitude am iPhone

Positionsbestimmung

Positionsbestimmung

Freunde

Freunde

Datenschutz

Datenschutz

Google Maps Menü

Google Maps Menü

Google Maps am iPhone mit Latitude

Google Maps am iPhone mit Latitude

Das ist nur möglich, weil der Browser (Safari) ab iPhone OS 3.0 auf die Positionsbestimmungsmethoden des Gerätes zugreifen kann und das an die Webapplikation weiterreicht. Firefox 3.5 bringt diese Möglichkeit auch auf den Desktop-PC bzw. Notebook und zeigt in meinen Augen ganz gut, wie die Zukunft der Browser aussehen wird. Auf mobilen Browsern macht die Position in meinen Augen noch mehr Sinn – das werden die verschiedenen Hersteller wohl über kurz oder lang auch so sehen.

Position in Firefox 3.5

Position in Firefox 3.5

Für die Entwickler von mobilen Diensten würde das eine deutliche Erleichterung und Kostenersparnis bringen, da nicht mehr für iPhone, Android, S60, Maemo, Java, Windows Mobile, usw. entwickelt werden müsste, sondern “nur” noch die Stylesheets und Skripte für den Zugriff auf diese Funktionen angepasst werden müssten. Ganz nebenbei würde man sich noch die “wird meine App zugelassen”-Angst ersparen und sie auch leichter updaten können, ohne die User gleich mit Updates bombardieren zu müssen.

Ich bin überzeugt, dass Browser in Zukunft auf weitere Kernfunktionen des Gerätes zurückgreifen werden und sich dann viele Dienste überlegen, noch eigene Applikationen zu entwickeln. Welchen Nutzen hat “TIME.com” wirklich, wenn sie als x-te Zeitung eine eigene iPhone-Applikation im App Store zur Verfügung stellt? Erreichen sie mit einer wirklich guten mobilen Version die zahlreichen Blackberrys, Nokias, etc. und natürlich die iPhones nicht genauso gut? Wahrscheinlich liegt es einfach daran, dass es mittlerweile zum guten Ton gehört, auch eine iPhone App zu haben.

Der Beginn der Walled Gardens

October 7th, 2008   •   5 comments   

Viele in der mobilen Welt sehen das Ende der Walled Gardens (engl.) herannahen. T-Mobile, Vodafone, Orange & Co haben seit dem Beginn mobiler Datendienste die Kunden in ihrer Welt gehalten und versucht sie so zu binden. Netzinterne SMS und MMS sind nach wie vor teilweise günstiger, das WAP bzw. Web-Portal ist ebenfalls frei oder günstiger und vor allem vorkonfiguriert. Datenpakete teilweise auf HTTP-Trafik limitiert, natürlich nur im Kleingedruckten. Die meisten Betreiber sehen jedoch ihre Gewinne mit reiner Telefonie dahinschwinden, bei steigenden Umsätzen und sehen daher ihre Zukunft in den mobilen Datendiensten. Dies führt dazu das sie ihre Walled Gardens schön langsam öffnen und sich der Markt mobiler Anwendungen zu entwickeln beginnt. Von einem Massenmarkt sind wir, auch wenn wir mobilen Jünger das oft anders sehen, noch meilenweit entfernt.

Was ist der Preis?

Auch wenn die Fesseln der Mobilfunker noch nicht gesprengt sind, werden schon neue geschmiedet. Nur sind es dieses mal nicht die Betreiber sondern die Gerätehersteller. Ausgehend von Apple entwickeln sich derzeit neue Walled Gardens. RIM (Blackberry) arbeitet laut Crunchgear (engl.) an einem BlackBerry Application Center. Googles Android wird einen Android Market (engl.) mitbringen. Am weitesten geht allerdings Nokia und versucht Apple mit den eigenen Waffen zu schlagen. Mit “Comes with Music” will Nokia seine Kunden nicht über Software sondern mit Musik an sich binden. Das “Musik-Abo” kommt mit dem Gerät und wird mit einem neuen Gerät verlängert. Mit “Laden!” gibt es von Nokia für S60-Geräte schon seit längerem einen de facto App Store, hat nur nicht funktioniert.

Kundenbindung über Content

Apple fesselt bindet seine iPod/iPhone-User sowohl über die Kombination iTunes und dort sortierte Inhalte, als auch über Anwendungen aus dem App Store. Andere Hersteller wollen seine Kunden über die Anwendungen binden. Eine im BlackBerry Application Center wird sich schlecht auf ein Gerät eines anderen Herstellers laden lassen. Nokia-Anwendungen werden nicht auf dem G1 (engl.) laufen. Android wird kein iPhone unterstützen…

Dadurch ergibt sich ein neues Bild in der mobilen Landschaft. Bis jetzt war es leicht sein Mobiltelefon, aber schwierig seinen Betreiber zu wechseln.

Spätestens seit der Rufnummernportierung ist das kein Problem mehr. Einzig die Mindestvertragsdauer von üblicherweise 24 Monaten war bislang ein Hindernis. Doch sogar diese beginnt schon zu bröckeln. Der österreichische Mobilfunkanbieter tele.ring (2006 von T-Mobile übernommen) wirbt gerade mit Angeboten ohne Bindung (wenn man kein subventioniertes Gerät nimmt).

Dies deutet darauf hin das in Zukunft das Gerät die Bindung ist, nicht mehr der Betreiber. Ob das nun besser oder schlechter ist, sei dahingestellt.

Wenngleich es sehr gut ist das der Download von Software auf sein Handy vereinfacht und komfortabler wird, wäre es doch wünschenswert wenn Softwareanbieter mit innovativen Ideen darauf reagieren und die Portierung von einer Plattform zur nächsten ermöglichen.

Die Lösung?

Einen Ausweg aus dieser Plattform-Problematik könnte sich in Webanwendungen finden. Wenn zumindest die Browser auf Standards setzen und diese vielleicht noch auf Gerätefunktionen (GPS, Telefonbuch, …) zugreifen könnten, ließe sich die gesamte Problematik recht einfach umgehen und den Kunden eine echte Freiheit bringen.

Kunden wollen Lösungen, sie interessieren sich nicht für Geräte, Plattformen oder gar Hersteller bzw. Betreiber aber sie wollen es einfach!

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