Mobilfunk in Japan – ein Lokalaugenschein

August 20th, 2008   •   1 comment   

Ende Juli hatte ich die Gelegenheit bei einer Reise nach Japan den wohl am besten entwickelten Mobilfunkmarkt vor Ort zu erleben und den Japanern im täglichen Leben über die Schultern zu blicken.

Was ich erlebt habe kann kurz mit “Es stimmt!” zusammenfassen, die Japaner sind Österreich, Deutschland und wahrscheinlich ganz Europa mobilfunkmäßig einiges voraus.

Nutzung im Alltag

Man wird in Japan nur schwer einen Ort finden an dem man die Leute ohne Handy sieht. Egal ob in der U-Bahn, in der Einkaufsstraße oder beim Kaffee, die Leute haben ein Handy in der Hand und machen etwas damit.

Beim Blick über die Schultern sind mir mit SMS, Musik-Player und Internet bzw. das in Japan populäre i-mode, die üblichen Anwendungen aufgefallen. Wobei die i-mode Nutzung häufiger zu beobachten ist, als Internet am Handy in der Heimat. Was die Leute genau machen, kann ich aufgrund mangelnder japanisch Kenntnisse nicht wirklich sagen.

Mobile Tagging

Besonders auffällig ist die starke Verbreitung von 2D Codes in den Straßen, Geschäften und Restaurants. Wie die Bilder am Ende des Artikels beweisen, findet man bei sehr vielen Gelegenheiten diese Shortcodes ins Internet.

Mobiles Bezahlen

Sehr verbreitet ist auch das Bezahlen mit dem Handy. Jeder Durchgang in der U-Bahn hat neben dem üblichen Scanner für das Papier-Ticket auch einen Reader für das Handy. Reader für das Handy und Handy-Bezahlen findet man auch in den Filialen von McDonald’s. Die Technik dahinter ist NFC (Near Field Communication), eine Übersicht von mobile Payment in Japan habe ich bei SlashPhone (en) gefunden.

Sozialer Umgang

Während wir in Europa noch darüber diskutieren wie man das Handy in der Öffentlichkeit nutzt und wie man andere Personen nicht damit belästigt, scheint das im sehr disziplinierten und rücksichtsvollen Japan kein Thema zu sein. Weder in der U-Bahn noch sonst wo hört man ein Klingeln oder Gepiepse, Lautlos scheint die Default-Einstellung zu sein. Wirklich sehr angenehm. Lautes Brüllen in der Öffentlichkeit ist in Japan gänzlich unvorstellbar, darum wird man auch nie ein lautes Telefonat mitbekommen. Kids, die in der U-Bahn ihre Handylautsprecher (und die Mitreisenden) einer Belastungsprobe unterziehen, wären wohl ein Grund sie einzuweisen.

Kennen Japaner ihr Handy besser?

Laut einer aktuellen Studie (en) glauben nur 10% der befragten Personen in Japan alle Funktionen ihres Mobiltelefons zu kennen. Diese Studie zeigt, dass die Japaner und Japanerinnen nicht besser mit ihren Geräten zurecht kommen. Wie in anderen Teilen der Erde kämpfen dort die Leute mit der Funktionsvielfalt ihrer Geräte und können nicht die ganzen Möglichkeiten ausschöpfen.

Was sind also die Gründe für den Vorsprung?

Wie Michael Mace auf seinem Blog Mobile Opportunity richtig analysiert, scheint es wirklich am offensiven Verhalten der Akteure im Mobilfunk zu liegen. Provider und Service-Anbieter scheinen viel offener gegenüber neuen Technologien und Möglichkeiten zu sein und wagen es viel schneller mit neuen Produkten auf den Markt zu gehen.

Bei der starken Nutzung von i-mode und anderen Datendiensten spielt natürlich auch die Tatsache mit, dass in Japan eine Flatrate am Handy die Regel anstatt einer Ausnahme ist und das mobile Internet seit Jahren zum mobilen Alltag gehört und leistbar ist.

Eine sehr gute Studie zu diesem Thema wurde bereits letztes Jahr von Capgemini veröffentlicht!

WLAN zur Lokalisierung

July 30th, 2008   •   1 comment   

Ganz ist der iPhone-Hype auch an mir nicht vorüber gegangen aber anstelle des glorifizierten iPhones habe ich mal mit einem iPod Touch begonnen. Dieses Gerät ist in meinen Augen eine gute Möglichkeit das Konzept des iPhones und die Funktionen zu testen ohne sich die Kneppelung von zwei Jahren bei doch sehr teuren Tarifen einzufangen.

Nachdem ich ein Freund von ortsbezogenen Diensten (LBS) und allgemein GPS bin, war ich nicht schlecht beeindruckt als ich Google Maps auf dem iPhone gestartet habe und die Karte schnell und genau auf meine Wohnung zentriert wurde.

Google Maps am iPod Touch

Google Maps am iPod Touch

Man beachte: der iPod Touch verfügt weder über GSM, UMTS oder eine sonstige Mobilfunkverbindungen noch über GPS, was zur Lokalisierung verwendet werden könnte (Zellinfo oder Zelltriangulation bei Mobilfunk). GPS würde Indoor allerdings ebenso wenig funktionieren.

Wie ist die Lokalisierung möglich?

Die einzige Möglichkeit ist die Internetverbindung über das WLAN des Gerätes. Zuerst dachte ich aber fälschlicher Weise an eine Zusammenarbeit meines Internet-Providers mit Apple oder einem Drittanbieter. IP-Lokalisierung funktioniert aber maximal auf die Stadt genau. Nach kurzer Recherche war allerdings klar, dass das WLAN selbst die Lokalisierung macht. Nachdem ich die Flut der iPhone News bisher eher ignoriert hatte, habe ich dieses Detail bislang nicht beachtet.

Nach einer kurzen Diskussion im Büro hat ein Arbeitskollege kurzerhand den Chat von Skyhook Wireless genutzt und nachgefragt!

Demnach verfügt das Unternehmen über eine Datenbank mit 55 Mio. Access Points und ihren jeweiligen Positionen und können so die Position des iPods oder iPhones bestimmen. Das Unternehmen sammelt die Daten mithilfe von 500 Fahrern, die weltweit die größeren Städte abfahren und die WLANs mit Geo-Informationen hinterlegen.

Das iPhone oder der iPod meldet bei der Lokalisierung die umliegenden WLANs und Skyhook kann daraus die genau Position bestimmen. Eine Einwahl in die jeweiligen WLANs ist nicht notwendig, die MAC-Adresse des Routers genügt und die erhält man ja bereits durch den Broadcast der SSID.

Klingt recht einfach, ist es auch. Zu sehr sollte man aber auch nicht darauf vertrauen, wie Forscher der ETH Zürich gezeigt haben.

Warum nur Apple?

Jetzt stellt sich die berechtigte Frage warum nur das iPhone diese Technik nutzt. Das Tochterunternehmen Loki bietet diese Technik als Plugin für verschiedene Browser zum Nachrüsten an, außerdem gibt es Clients für Windows Mobile und S60.

Meine Position mit Loki

Meine Position mit Loki

Skyhook selbst bietet auch ein SDK für Drittanbieter. Eine besondere Anwendung ist EYE-FI, eine Speicherkarte, die weiß wo sie ist!

Das SDK kann laut Skyhook Wireless angeblich auf Windows Mobile, Symbian, Maemo, Windows Vista, XP, Mac OS X und Linux genutzt werden. Gelegenheit zur Validierung und vor allem was man damit machen kann hatte ich noch keine, vielleicht kann ich ja bald etwas darüber berichten.

Leider funktioniert auf meinem N95 die Anwendung für S60 nicht. Daher kann ich nicht sagen, was diese zu bieten hat.

Mobile 2.0 Begriffe

May 30th, 2008   •   no comments   

Aufgrund recht hoher Arbeitsbelastung komme ich derzeit nicht wirklich zum Schreiben qualifizierter und längerer Einträge, obwohl ich mehr als genug Themen im Kopf hätte. Deshalb heute mal ein Eintrag der mehr oder weniger direkt übernommen wurde.

Ich glaub es geht nicht nur mir so, dass der Blog von Heike Scholz die erste Anlaufstelle bei mobilen Themen im deutschsprachigen Raum ist. Sie hat im letzten Jahr auch von einer “one (wo)man show” zu einem Team-Blog gewechselt und kann dadurch noch mehr Vielfalt bieten.

Genug des Lobes für einen benachbarten Blog! ;-)
Inspiriert von der Web 2.0 Tagcloud von Kosmar, hat sie jetzt eine solche für die Mobile 2.0-Welt gefertigt und unter Creative Commons Licence veröffentlicht.

Mobile 2.0 Wolke

Die Begriffswolke ist ein guter Ausgangspunkt um den Einstieg in die Mobile 2.0 Welt zu erleichtern. Ausgehend von der Wolke kann man gut weitere Spezialanwendungen für die tiefere Beschäftigung finden.

Methoden zur Positionsbestimmung

April 29th, 2008   •   no comments   

Für ein Projekt habe ich eine kleine Präsentation über die Möglichkeiten zur Positionsbestimmung erstellt und möchte sie euch nicht vorenthalten.

Die Präsentation ist nur sehr kurz gehalten, bietet aber einen schnellen Überblick über die Möglichkeiten der mobilen Positionierung mit und auf dem Handy.

Film über Web 2.0

April 10th, 2008   •   no comments   

Wenn man über Mobile 2.0 spricht muss man zuerst wissen was hinter dem Buzzword “Web 2.0″ steht und was damit gemeint ist.

Einen interessanten Film darüber ist an der Hochschule für Medien in Stuttgart entstanden. Titel des Films “Web 2.0 – Der Film”.

via: austrianstartups.com

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