Der Beginn der Walled Gardens

October 7th, 2008   •   5 comments   

Viele in der mobilen Welt sehen das Ende der Walled Gardens (engl.) herannahen. T-Mobile, Vodafone, Orange & Co haben seit dem Beginn mobiler Datendienste die Kunden in ihrer Welt gehalten und versucht sie so zu binden. Netzinterne SMS und MMS sind nach wie vor teilweise günstiger, das WAP bzw. Web-Portal ist ebenfalls frei oder günstiger und vor allem vorkonfiguriert. Datenpakete teilweise auf HTTP-Trafik limitiert, natürlich nur im Kleingedruckten. Die meisten Betreiber sehen jedoch ihre Gewinne mit reiner Telefonie dahinschwinden, bei steigenden Umsätzen und sehen daher ihre Zukunft in den mobilen Datendiensten. Dies führt dazu das sie ihre Walled Gardens schön langsam öffnen und sich der Markt mobiler Anwendungen zu entwickeln beginnt. Von einem Massenmarkt sind wir, auch wenn wir mobilen Jünger das oft anders sehen, noch meilenweit entfernt.

Was ist der Preis?

Auch wenn die Fesseln der Mobilfunker noch nicht gesprengt sind, werden schon neue geschmiedet. Nur sind es dieses mal nicht die Betreiber sondern die Gerätehersteller. Ausgehend von Apple entwickeln sich derzeit neue Walled Gardens. RIM (Blackberry) arbeitet laut Crunchgear (engl.) an einem BlackBerry Application Center. Googles Android wird einen Android Market (engl.) mitbringen. Am weitesten geht allerdings Nokia und versucht Apple mit den eigenen Waffen zu schlagen. Mit “Comes with Music” will Nokia seine Kunden nicht über Software sondern mit Musik an sich binden. Das “Musik-Abo” kommt mit dem Gerät und wird mit einem neuen Gerät verlängert. Mit “Laden!” gibt es von Nokia für S60-Geräte schon seit längerem einen de facto App Store, hat nur nicht funktioniert.

Kundenbindung über Content

Apple fesselt bindet seine iPod/iPhone-User sowohl über die Kombination iTunes und dort sortierte Inhalte, als auch über Anwendungen aus dem App Store. Andere Hersteller wollen seine Kunden über die Anwendungen binden. Eine im BlackBerry Application Center wird sich schlecht auf ein Gerät eines anderen Herstellers laden lassen. Nokia-Anwendungen werden nicht auf dem G1 (engl.) laufen. Android wird kein iPhone unterstützen…

Dadurch ergibt sich ein neues Bild in der mobilen Landschaft. Bis jetzt war es leicht sein Mobiltelefon, aber schwierig seinen Betreiber zu wechseln.

Spätestens seit der Rufnummernportierung ist das kein Problem mehr. Einzig die Mindestvertragsdauer von üblicherweise 24 Monaten war bislang ein Hindernis. Doch sogar diese beginnt schon zu bröckeln. Der österreichische Mobilfunkanbieter tele.ring (2006 von T-Mobile übernommen) wirbt gerade mit Angeboten ohne Bindung (wenn man kein subventioniertes Gerät nimmt).

Dies deutet darauf hin das in Zukunft das Gerät die Bindung ist, nicht mehr der Betreiber. Ob das nun besser oder schlechter ist, sei dahingestellt.

Wenngleich es sehr gut ist das der Download von Software auf sein Handy vereinfacht und komfortabler wird, wäre es doch wünschenswert wenn Softwareanbieter mit innovativen Ideen darauf reagieren und die Portierung von einer Plattform zur nächsten ermöglichen.

Die Lösung?

Einen Ausweg aus dieser Plattform-Problematik könnte sich in Webanwendungen finden. Wenn zumindest die Browser auf Standards setzen und diese vielleicht noch auf Gerätefunktionen (GPS, Telefonbuch, …) zugreifen könnten, ließe sich die gesamte Problematik recht einfach umgehen und den Kunden eine echte Freiheit bringen.

Kunden wollen Lösungen, sie interessieren sich nicht für Geräte, Plattformen oder gar Hersteller bzw. Betreiber aber sie wollen es einfach!

Mobile-OS Landschaft konsolidiert sich

June 24th, 2008   •   2 comments   

Wie heute bekannt geworden ist, haben sich Nokia, Sony Ericsson, Motorola, NTT DoCoMo und einige weitere Branchengrößen zur Symbian Foundation zusammengetan um gemeinsam eine Plattform für mobile Software zu entwickeln bzw. die Betriebssysteme S60, UIQ und MOAP gemeinsam weiterzuentwickeln. Darüber hinaus soll das Ganze innerhalb von 2 Jahren unter Eclipse Public License 1.0 veröffentlicht und somit Open Source werden.

Ich werte diesen Schritt als eine Maßnahme um langfristig stabil gegen die diversen Linux mobile Betriebsysteme android, openMoko und LiMo, Apple mit dem iPhone und Windows Mobile Bestand zu haben.

Ich hoffe, dass sich dadurch der Wildwuchs der Handy-OS bald erledigt und Unternehmen und Entwickler bald auf einheitliche Standards und Entwicklungsumgebungen aufbauen können. Ich sehe dies als wichtigen Schritt um die mobile Technologie auf die nächste Evolutionsstufe bringen zu können und die neuen Möglichkeiten der breiten Maße mit akzeptablem Aufwand zugänglich zu machen.

Übersicht der wichtigsten Handy-OS:

Mobile-OS Overview

zur Presseerklärung (auf Englisch)

Via futurezone

Wo sind meine Freunde?

May 15th, 2008   •   no comments   

Watchee

Mit watchee gibt es nun, meines Wissens, die erste Anwendung die neben 8motions auf die freie Zellinformations-Datenbank OpenCellID zugreift.

watchee hat es sich zum Ziel gesetzt damit eine Friend-finder Anwendung anzubieten, die mit Hilfe von GPS oder eben Zellinformationen seine Buddies lokalisiert.

Die Idee eines Friend-Finder ist nicht wirklich neue, bietet aber doch einige ganz interessante Anwendungsfälle:

  • kurzfristiges Treffen mit Freunden, weil sie in der Nähe sind
  • Wo sind meine Kinder? (Halte ich Persönlich für unnötig!)
  • Lost? Wo bin ich? z.B. in einer fremden Stadt

Jedoch finde ich, dass so ein Dienst für sich alleine kaum einen Sinn macht. Als Zusatzfunktion zu einem Social-Network, sieht die Sache anders aus. Dort habe ich schon meine “web-affinen” Kontakte, hier kann die Verknüpfung zum realen Standort die Pflege des Netzwerkes positiv unterstützen. Dies könnte auch der Grund sein, warum noch keines dieser Produkte wirklich Erfolg hatte, selbst die Bestrebungen der Mobilfunker verliefen im Sand.

Den Versuch Twitter mit so einem Dienst zu verknüpfen, gibt es mit twitxr und twittervision auch schon.

Generell bin ich schon etwas skeptisch, wenn es um das X-te social network geht und um nichts anderes handelt es sich dabei. Die Verknüpfung eines solchen Dienstes mit bestehenden, wäre hier viel spannender.

Man darf gespannt sein, ob die Bestrebungen von Google mit OpenSocial und Friend Connect auch mobile Anwendungen erlauben. Hoffentlich schon, aber nicht nur mit Android.

Via: 8motions

Mobile Skype Clients

April 28th, 2008   •   1 comment   

Nachdem letzte Woche die Beta des mobilen Skype Client veröffentlich wurde, ist es an der Zeit mal einen Vergleich der verfügbaren mobilen Skype Applikationen zu machen:

Skype Mobile (Beta)

Die gegenwärtige Beta von Skype sieht auf den ersten Blick sehr vielversprechend aus. Die Java-basierte Anwendung reagiert zügig und ist übersichtlich aufgebaut.

Nach dem Start präsentieren sich einem die Kontaktliste, wie von der Desktop Anwendung bekannt, Online Kontakte oben, Offline darunter. Das Chatfenster ist übersichtlich und es gibt die Möglichkeit weitere Teilnehmer zu einem Chat hinzuzufügen. Alle offenen Chats werden in einem eigenen Fenster aufgelistet und man kann sie jederzeit wieder einfach öffnen.

Kaum nachvollziehbar ist allerdings die Tatsache, warum man keine Skype-Telefonate zu seinen Kontakten führen kann oder warum Skype-Out nicht funktioniert. Ich hoffe, dass liegt am Beta-Status und wird bald nachgereicht!

Skype mobile Skype mobile Skype mobile

Skype mobile (beta) ist über www.skype.com/m auf das Handy downloadbar.

iSkoot

iSkoot war bislang der Client, der auch von Skype selbst auf dem Skype-Phone und beim Skype Zusatzpaket bei 3 in Verwendung war.

Dieser Client ist nur für Symbian oder Windows mobile Geräte verfügbar, optisch weniger ansprechend, Chats mit mehreren Kontakten sind auch nicht möglich, dafür unterstützt er Anrufe zu Skype-Kontakten und Skype-Out.

iSkoot iSkoot iSkoot

iSkoot ist über iskoot.com/m downloadbar.

Nimbuzz

Nimbuzz ist kein eigentlicher Skype Client sondern ein mobiler Multi-Messenger. Allerdings kann man seinen Skype Account bei Nimbuzz integrieren und auch seine Skype Kontakte anrufen. Skype-Out ist natürlich nicht möglich. Dafür punktet Nimbuzz mit der Möglichkeit sowohl Jabber (Google Talk), als auch AIM, MSN, Yahoo und hoffentlich bald auch ICQ in den Client zu integrieren. Ein eigenes Protokoll bietet Nimbuzz auch, der Erfolg und die Reichweite von diesem darf aber angezweifelt werden. Praktisch ist auch die Möglichkeit mit der Handykamera ein Foto zu schießen und dies gleich an den jeweiligen Kontakt zu senden. Dies ist auch mit anderen Dateien möglich. Alles in allem gefällt dieser Client nicht nur wegen seiner optischen Aufmachung, sondern mit einigen im mobilen Betrieb sinnvoller Funktionen.

nimbuzz nimbuzz nimbuzz

Nimbuzz ist über get.nimbuzz.com/m auf das Handy downloadbar.

Fring

Wie Nimbuzz ist Fring auch ein Multi-Messenger, bei dem man neben Skype auch AIM, ICQ, Jabber (Google Talk), MSN, SIP, Twitter Yahoo und sogar SIP einbinden kann.

Wie Nimbuzz ist auch Fring ein mobiles Produkt und daher auch für die mobile Anwendung optimiert. Dateiversandt ist ebenfalls möglich und die Integration von Diensten wie SIP und twitter überzeugt den Web 2.0 affinen Nutzer.

fring fring fring

fring ist über www.fring.com/m downloadbar.

Allen Diensten ist gemein, dass man dafür über ein Datenpaket oder eine Datenflatrate verfügen sollte. Andernfalls sorgt ein Monat Nutzung für Kopfweg, wenn man die Handyrechnung bekommt!

EURO 2008 Guide am Handy

April 24th, 2008   •   3 comments   

Manchmal wünsche ich mir ein Schweizer zu sein. Die Eidgenossen haben nicht nur gute Schokolade und schöne Berge, sondern sind auch bei mobilen Anwendungen in Europa sehr gut dabei. Beispielsweise bieten mit Beetagg und Kaywa, zwei Schweizer Unternehmen interessante Anwendungen zum Thema 2-D Codes.

Heute habe ich auf Mobile News & Infos über eine interessante Anwendung für die EURO 2008 in Österreich und der Schweiz gelesen und war enttäuscht, warum der österreichische Anbieter A1 so eine Anwendung nicht anbietet. A1 ist genau wie die Swisscom, die diese Anwendung seinen Kunden anbietet, Vodafone-Partner und es erscheint mir logisch in so einem Fall zu kooperieren. Beide Operatoren sind nationale Sponsoren bei der EURO 2008 und beide Vodafone-Partner, warum arbeitet man da dann bitte nicht zusammen?

Euro 2008 Guide Euro 2008 Guide 

Der Guide selbst ist wirklich super. Er bietet sinnvolle Kategorisierung und gute Informationen, die mobil auch relevant sind (Kurzportrait der Mannschaften, Live-Ticker, Resultate, …). Außerdem ist er optisch einfach überzeugend gestaltet, gute, aber nicht störende Animationen und er reagiert für eine Java-Anwendung ausgesprochen schnell und läuft absolut flüssig. Der Hersteller Bitforge hat hier ganze Arbeit geleistet.

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